Die Stadt-Messstelle Delmenhorst auf dem Dach des Gymnasiums an der Willmsstraße im Zentrum Delmenhorsts ist seit Mai 1981 in Betrieb.

Seit 1994 sorgt in 8 km Entfernung eine zweite private Messstelle im landwirtschaftlich genutzten Umland von Delmenhorst am Rande eines großen Waldgebiets (Hasbruch) in der Gemeinde Ganderkesee als Land-Messstelle für eine Vergleichsmöglichkeit:
bis Ende 2009 zwischen Mähweide und Obstgarten
Nach Verlegung Ende 2009 ca. 50 in westl. Richtung auf eine 0,5 ha große Mähweide;
neben der BURKARD-Falle (Mitte) weitere Pollenfangapparate (PMO, Sigma2, PMF) und Sensoren einer Wetterstation.
auf diese Weise kann für die einzelnen Pollen- und Sporentypen die Repräsentanz der erhobenen Daten hinsichtlich Menge und zeitlichem Auftreten beurteilt werden. Die quantitativen Unterschiede der Land-Messstelle zur Stadt-Messstelle sind z.T. enorm, z.B. hinsichtlich des Graspollenflugs. Der Grund ist einfach: Die Land-Pollenfalle (Ansaugschlitz in 3,5 m Höhe über dem Boden) steht nur ca. 10 m von einer Mähwiese (0,5 ha) entfernt, die meist erst nach der Blüte gemäht wird. Die gemessenen Graspollenkonzentrationen liegen daher um ein Mehrfaches über den Stadtwerten. Sie sollen eindrücklich zeigen, welcher Belastung sich ein Heuschnüpfler aussetzt, der sich zur Blütezeit in der Nähe einer Wiese aufhält. Vor Beginn der Saison 2010 wurde der Messgeräteturm 50m nach Westen versetzt und steht jetzt inmitten einer Mähwiese. Das hat den Vorteil, dass zur Blütezeit der Gräser die Windrichtung keine große Rolle mehr spielt, wenn es um den Graspolleneintrag aus der unmittelbaren Umgebung geht.
Für drei Jahre (2007-2009) bereicherte eine weitere Messstelle das Messnetz in der westlichen Nachbarschaft von Bremen. Die Pollenfalle stand etwa 100 Meter vom Südufer der Weser entfernt am Rand von Lemwerder.

Von der Landmessstelle Ganderkesee war sie 16 km (Luftlinie) entfernt, von der Stadtmessstelle Delmenhorst 17,5 km. Ihr botanisches Umfeld vermittelt zwischen diesen beiden südlich von Lemwerder gelegenen Messstellen. Die Auswertung der Luftstaubproben lag in den Händen der jungen Aeropalynologin Frau Anke Simoleit.
In Weser-Ems gibt es noch eine Pollenmessstation, mit der
der Verfasser seit etlichen Jahren kooperiert. Sie befindet sich auf dem Flachdach
eines Gebäudes der Universität Vechta , ca. 40 km südlich der Messstellen Ganderkesee und
Delmenhorst:
Die Messstelle Vechta wurde bis einschießlich 2009 lange Jahre betreut von Frau Maria Dorniak, ab 2010 ist ein neues Team (Claudia Dornieden, Monika Kolbeck und Barbara Parizsky) vom ISPA (Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten) damit betraut.
Die vier genannten Messstellen liegen in einem Kreis mit einem Durchmesser von knapp 60 km. Der Kreis wird im Nordosten von Bremen, im Nordwesten von Oldenburg tangiert; er weist neben dem Berliner Raum° die höchste Messstellendichte in ganz Deutschland auf!
Die aus den Daten dieser Messstellen erstellten "Pollenkurven" dürften auch für das gesamte westliche Niedersachsen bzw. den Weser-Ems-Raum (ohne Inseln) repräsentativ sein, zumindest in phänologischer Hinsicht (Blühzeiten).
°Der Berliner Raum hat mit vier Messstellen (Berlin-Charite, Berlin-Steglitz, Berlin-Prenzlauer Allee und Potsdam) eine entsprechend hohe Konzentration an Messstellen; allerdings wird hier nur an der Berliner Charite das gesamte Pollenspektrum erfasst. An den zwei anderen Berliner Messstellen (Betreiber: Freie Universität) sollen jedoch demnächst auch die Sporen von Alternaria und Cladosporium erfasst und in die Vorhersage einbezogen werden.
Stand Mai 10
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