Mittel(chen) gegen Heuschnupfen
Die klassische und meist wirksame symptomatische Behandlung durch die Schulmedizin besteht in der Einnahme von Antihistaminika. Eine Tablette am Tag und die allergischen Symptome werden gedämpft oder verschwinden sogar . Der Verfasser greift zu diesen preiswerten Mitteln, wenn die unten beschriebenen naturheilkundlichen Maßnahmen nicht mehr in dem gewünschten Maß greifen; das kann bei sehr starkem Pollenflug, z.B. der Birke, der Fall sein.
Die Schulmedizin bietet aber auch eine kausale Behandlung an: die sog. Hyposensibilierung - früher fälschlicherweise auch als Desensibilisierung bezeichnet. Sie erstreckt sich meist über drei Jahre, und zwar in dem jeweils pollenfreien Zeitfenster. Früher wurden ausschließlich Lösungen (mit Pollenextrakten) gespritzt, mittlerweile geht es für manche Allergene (z.B. von Gräsern) auch mit Tabletten oder Tropfen. Die Erfolgsaussichten sind generell sehr hoch (über 80%). Eine frühe Behandlung (in den ersten Jahren der Pollinose) ist in jedem Fall mit höheren Erfolgschancen verbunden. Man kann sich aber auch noch nach Jahrzehnten und in hohem Alter erfolgreich hyposensibilisieren lassen. Der Verfasser selbst hat sich bislang keiner Hyposensibilisierung unterzogen, weil die Beschwerden nicht zu stark, gut anderweitig behandelbar und nur von jeweils kurzer Dauer (2-3 Wochen) waren. Erfahrungsgemäß ist die Motivation, sich behandeln zu lassen, in der beschwerdefreien Zeit nicht sehr groß.
Die im Folgenden beschriebenen Mittel(chen) beziehen sich auf den außerschulmedizinischen Bereich der Hausmittel und der naturheilkundlichen Mittel (Hömöopathie, Phytopharmaka, ...). Es wird keinerlei Anspruch auf allgemeingültige Wirksamkeit erhoben. Sie sollten in erster Linie als Hilfe bei nicht allzu heftigen Beschwerden betrachtet werden. Da wo kein anderer Name genannt wird, liegen Erfahrungen des Verfassers (Dr. Wachter) zugrunde. Erfahrungsberichte Betroffener sind herzlich willkommen.
Alle Symptome
Generell wird empfohlen, seinem Pollentyp bzw. dessen Quelle (Bäume, Sträucher, Kräuter) in der kritischen Zeit auszuweichen (Allergenkarenz). Das kann zum einen bedeuten, dass man sich bei Pollenflugwetter (sonnig, warm, zumindest leichter Wind) zu Hause bei zumindest tagsüber geschlossenenen Fenstern verschanzt und auf den nächsten heftigen Regen wartet, um danach die Wohnung für wenige Stunden zu verlassen.
Seit einigen Jahren gibt es feinmaschige Pollenschutzgitter von tesa , die man in den Fensterrahmen montiert; so kann man die Fenster öffnen und Frischluft hereinlassen. Nachteil: die Gitter verwehren den blick nach draußen. Mittlerweile gibt es jedoch von Trittec grobmaschige durchsichtige Gewebe mit der Markenbezeichnung "durchblick4plus", die aufgrund ihrer statischen Aufladung die andriftenden Pollen zum großen Teil zurückhalten.
Pollenfilter gibt es auch für die Lüftungsanlagen in Autos - ein sinnvolle Investition vor allem für Vielfahrer.
Sinnvoll ist es, das Schlafzimmer nur frühmorgens zu lüften und vor dem Zubettgehen die Haare zu waschen. Kleider, die man draußen benutzt hat, haben im Schlafzimmer nichts zu suchen.
Aus dem Schneider ist, wer es sich leisten kann, für die Zeit seiner Beschwerden pollenarme Gegenden aufzusuchen, also z.B. Nord- und (mit Einschränkungen auch) Ostseeinseln; unter den deutschen Inseln ist insbesondere Sylt im Bereich seines Küstenstreifens im Westen nachgewiesenermaßen ziemlich lange im Frühjahr nahezu pollenfrei und auch später im Jahr wenig pollenbelastet. Auch Helgoland bietet pollenarme Luft.
Auch das Hochgebirge (Alpen) kommt als Fluchtziel in Frage. Auch hier beginnt die Pollenflugsaison mit zunehmender Höhe später. Umgekehrt kann nach der Hauptgrasblüte im Tiefland (Juni, Juli) eine Wanderung im Gebirge durchaus zu neuen Problemen führen - wenn die Berggräser im Juli/August blühen.
Generell gilt, dass die Pollen in Reinluftgebieten weniger aggressiv sind als z.B. mit Dieselrußpartikeln verschmutzte Pollen in Gebieten mit hohem Verkehrsaufkommen oder anderen Schadstoffemittenten.
Kontraproduktiv ist vor Beginn der heimischen Pollenflugsaison auch ein Aufenthalt in Gegenden mit frühem Start des Pollenflugs, also z.B. in Mittelmeerländern , auch wenn dort gerade im Frühjahr sich die Natur von der buntesten Seite zeigt. Mittelmeerurlauber sollten deshalb die zweite Jahreshälfte bevorzugen. Siehe Pollenflug in Europa außerhalb unserer Grenzen.
Die besteVorbereitung auf die persönliche Leidenszeit als Pollinotiker ist und bleibt eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung in frischer, wenig pollenbelasteter Luft. Wer mit angeschlagenem Immunsystem in seine Pollenflugsaison eintritt, hat schlechte Karten!
Der Verfasser experimentierte in 2009 mit (nicht ganz billigen) naturbelassenen (nichtsynthetischen) Nahrungsergänzungmitteln (Double X von nutrilite) zur Vorbeugung gegen eine Pollenallergie. In 2010 war er dann erstmals auch auf Erlenpollen allergisch, 2011 auch ; auf Birkenpollen reagiert er nach wie vor allergisch. Insofern war der Behandlungserfolg nicht offensichtlich; was nicht heißt, dass auch andere Pollinotiker nicht von dem o.g. Nahrungsergänzungsmittel profitieren; der Verfasser kennt zumindest einen Fall, wo es bei einem Jugendlichen (mit Asthma!) geklappt hat.
Herr Heise aus Delmenhorst hatte 2008 weniger Probleme mit seiner Birkenpollenallergie. Er sieht einen möglichen kausalen Zusammenhang zur regelmäßigen Einnahme von Fischölkapseln (vom Discounter), die vom Arzt primär zur Senkung des Cholesterinspiegels empfohlen worden war. Eine frühere Behandlung mit Schwarzkümmelöl hatte nicht angeschlagen.
Nach Dr. Jörg Zittlau (in natur & kosmos 05/2008 , S. 64) können Pestwurzextrakte bei Pollenallergie hilfreich sein; sie wirken ähnlich wie Antihistaminika, nur mit weniger Nebenwirkungen.
Tipps aus einer ZDF- Morgenmagazin-Sendung:
- Brennnesseltee soll - eingenommen vor der Pollensaison- helfen. Der Grund ist, dass das Imunsystem 'geschult' wird nicht so heftig auf Pflanzeneiweiße zu reagieren.
- Zwiebelsaft während der Pollensaison eingenommen hilft, weil die Histaminproduktion gesenkt wird. Nur riecht man danach etwas seltsam.
Homöopathie: Heuschnupfenmittel der DHU; sollte vorbeugend schon Wochen vorher genommen werden. Meine Erfahrungen damit sind nicht eindeutig.
Duft-Qigong: eine aus China stammende Heilmethode, die besonders gut gegen Heuschnupfen wirken soll. Hat nichts mit Duft(ölen) zu tun sondern arbeitet mit einfachen Armbewegungen. Dazu mehr . Kurse z.B. im Raum München (Ebersberg).
Augenjucken (Juckreiz im inneren Augenwinkel, wie von einem dort befindlichen Salzkrümel)
- Auswaschen mit kaltem Wasser- Einschmieren der inneren Augenwinkel mit einer Fettcreme (z.B. Nivea)
- Kauen von Entdeckelungswachs. Beim Imker vor Ort (nach Absprache) erhältlich. Es reicht ein gehäufter Teelöffel pro Tag . Entweder man zerkaut das Wachs und verschluckt es nach und nach oder man spuckt es nach 5 - 10 Minuten aus. Danach ist man innerhalb weniger Minuten und für den Rest des Tages beschwerdefrei !!! Diese Erfahrung hat nicht nur der Verfasser gemacht
Nasenschleimhäute geschwollen, Fließ- oder Stockschnupfen
Der Verfasser hat es mir zu Angewohnheit gemacht, abends die Nase mit einer lauwarmen Lösung aus Bad Emser Salz zu spülen. Dazu wird die Nase in ein kleines Schälchen mit der Lösung getaucht und die Lösung durch jeweils ein Nasenloch einatmend aufgezogen. Die Salzlösung sollte mindestens 10 Sekunden im Nasenraum verweilen.
Nach Dr. Jörg Zittlau (in natur & kosmos 05/2008 , S. 64) empfiehlt sic h eine Nasenspülung mit Ackerschachtelhalm (Kraut aus der Apotheke). Dazu einen halben Teelöffel des Krauts in drei Viertel (Liter ?) Wasser kurz aufkochen und nach etwa 5 Minuten abseihen.
Vor der längeren Anwendung ätherischer Öle (Pfefferminz, Eukalyptus) sei ausdrücklich gewarnt. Nach Jahren oder Jahrzehnten kann dies zum Verlust des Geruchsvermögens führen. Der Verfasser hat dies am eingenen Leib erfahren müssen.
Niesreiz
Nach Dr. Jörg Zittlau (in natur & kosmos 05/2008 , S. 64) empfielt die Homöopathie Allium cepa D6. Dreimal täglich drei Kügelchen (Globuli).
Stand: 29.6.2011