Was ist das Besondere an meinen Pollenfluginformationen?
Die Pollenfluginformation des DWD versuchen für den oder die kommenden Tage die Belastung des Pollinotikers durch die jeweiligen Pollentypen vorherzusagen. Nicht zuletzt erlauben die hauseigenen meteorologischen Daten, insbesondere über die Temperatur und Bewegung von Luftmassen, eine derartige aktuelle Vorhersage.
Meine Pollenfluginformationen sollen für möglichst viele deutsche Messstellen zum einen rückblickend die Entwicklung des Pollen- und Sporenflugs im Laufe der aktuellen Saison beschreiben. Der Allergologe kann anhand der passenden aktuellen Kurve die Angaben seiner Patienten (über Beginn und Dauer ihrer Beschwerden) bei der Anamnese besser deuten und damit die Patienten auch gezielter auf Sensibilisierung testen.
Bei einigen Messstellen sind die aktuellen Liniendiagramme durch Flächendiagramme hinterlegt, welche den mittleren Verlauf des Pollen- und Sporenflugs der letzten (z.T. 30!) Jahre wiedergeben. Sie erlauben eine Bewertung der aktuellen Kurve im Hinblick darauf, ob der aktuelle Flug relativ stark oder schwach ist und ob er früh oder spät einsetzte, seinen Höhepunkt erreicht bzw. abebbte.
Für das nordwestdeutsche Gebiet zwischen Weser und Ems bzw. Hunte kommt neben phänologischen Angaben zum Blühverlauf der untersuchten Pflanzenarten bzw. -gruppen für einige wichtige Pollentypen (Birke, Gräser) sowie für den Schimmelpilz Alternaria eine wetterunabhängige Trendprognose für die nächsten Wochen hinzu. Dazu wird die aktuelle Kurve durch eine angepasste Profilkurve " fortgeschrieben". Eine Profilkurve beschreibt den datumsunabhängigen mittleren Flugverlauf bzw. Jahresgang des jeweiligen Pollen- oder Sporentyps.
An den drei aktiven Messstellen in Weser-Ems (Delmenhorst, Ganderkesee und Vechta) werden die Luftstaubproben (wie auch an allen übrigen neun Referenzmessstellen des PID) auf das gesamte Pollenspektrum (über 40 Typen) hin untersucht. Das ist wichtig, wenn man bedenkt, dass Pollentypen, die in anderen Polleninformationsdiensten nicht berücksichtigt werden, wie z.B. Esche, Pappel und Hainbuche, das Beschwerdebild von Birkenpollinotikern verstärken können.
Die Weser-Ems- Messstellen Delmenhorst und Ganderkesee gehören zu den wenigen deutschen Messstellen, welche die zwei wichtigsten Sporentypen (Cladosporium und Alternaria) in die Auswertung der Luftstaubproben einbeziehen. An einigen Messstellen (wie der Weser-Ems Messstelle Vechta oder die Mst Treuenbrietzen) wird zumindest Alternaria ausgezählt.
Ergänzt wird das Spektrum meiner Pollenfluginformationen durch den direkten Vergleich aktueller Kurven möglichst vieler deutscher Messstellen. Da mit Beginn der Saison die Daten von weit mehr Messsteilen für den Vergleichverfügbar sind als bisher, werden Messstellengruppen gebildet, die m.o.w. klimatisch einheitlichen Teilgebeiten Deutschlands zugeordnet werden können.
Die vergleichende Darstellung der aktuellen Pollenflüge erlaubt dem mobilen Pollinotiker im Rahmen der sog. Allergenkarenz (Allergenvermeidung) die Auswahl eines geeigneten aktuellen "Fluchtraums" innerhalb Deutschlands. Dort ist der Pollenflug entweder standortbedingt schwächer ausgeprägt ist (Insel oder montaner bzw. alpiner Standort) oder weil dort blühphasenbedingt der Pollenflug noch nicht begonnen hat oder schon abgeschlossen ist.
. Der Vergleich aktueller Messwerte erlaubt zudem eine Absicherung der Erfassungsqualität. Erkannten groben Unstimmigkeiten wird im Rahmen einer Qualitätskontrolle nachgegangen. Dazu werden von mir die kritischen Luftstaubpräparate angefordert und nachgezählt. Seit Anfang 2010 bin ich dazu vom PID als Qualitätsbeauftragter autorisiert.
Neben den eigentlichen Pollenfluginformationen wird der Pollinotiker schließlich auch über die Allergenität ´seiner´ Pollentypen und über allgemeine Gegenmaßnahmen (Vermeidungsstrategien, Reiseempfehlungen, Hausmittel) informiert.
Stand: 11. Januar .2011
Copyright (c) R. Wachter. Alle Rechte
vorbehalten.
wachter@pollenflug-nord.de